Archive for the ‘Reisen’ Category

An der Ría von Villaviciosa, Atlantikbrise 8

Donnerstag, November 3rd, 2011

 In diesen traurigen und nebligen Tagen habe ich zum Glück wieder etwas Zeit für eine Atlantikbrise, wie ich meine Reiseberichte aus Asturien nenne, kommen wir heute zum …

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Segelboot in der Bucht von Tazones

10. Reisetag:
Wir sind von den Bergen herunter. Es war ein herzlicher Abschied von den Leuten im Hotel „Alto de Estazadas“. Bei noch längerem Aufenthalt wären wir wahrscheinlich in die Familie aufgenommen worden!
Im Regen sind wir gekommen, im Regen sind wir bis Nava gefahren, um dort das Sidraria-Museum zu besichtigen. Es mochte am Regen gelegen haben, aber der Ort gefiel uns nicht, so ging die Reise weiter bis an die Ría de Villaviciosa. Den Ortsnamen muss ich erst einmal üben, um ihn aussprechen zu können. Zur Ría schreibt Roberto Cabo in seinem „Reiseführer Natur Spanen“:
“Nördlich der Kleinstadt Villaviciosa bilden Dünen, Wattflächen, Schilfröhrrichte und periodisch überschwemmte Wiesenflächen ein von den Gezeitenwechseln geprägtes Landschaftsmosaik.“
Eine faszinierende Landschaft!

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 Mündung der Ría von Villaviciosa

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“Unsere” Casa Rural

Wir sind in der Casa Rural La Atalaya untergekommen. Die Zimmer sind neu eingerichtet und komfortabel. Der Blick geht direkt auf den Atlantik. Aber an die Ehebetten mit nur einer Decke werde ich mich nicht gewöhnen. Ein Restaurant ist an der Casa Rural (Landhaus) angegliedert, das mit einem etwas höheren Preis für das Menü als normal aufwartet, aber dafür eine ausgezeichnete Spoa de Marisco und viel, viel Essen für das Geld inkl. Wein und Nachtisch (Das leckerste Eis bisher in Spanien!) bietet. Zu empfehlen! Wir sitzen nun vor dem Eingang unter dem Vordach und unter Weinranken. Der Blick geht auf eine schöne Hortensie und dahinter auf das Meer, o Mar!, der Atlantik:

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11. Reisetag:

Das Haus oberhalb von Tazones

Leider hatte man in der Casa Rural nur für eine Nacht für uns Platz. Aber die Besitzer verfügten über ein schönes Ferienhaus in der Nähe oberhalb des stark frequentierten Küstenort Tazones. Wir schauten es uns an. Es war malerisch. Es ist eine einzeln stehende Villa an der Klippe oberhalb von Tazones. Zwei oder drei Wohnungen befinden sich darin, wir bekamen die größte mit zwei Schlafzimmern, zwei Bädern und einem großen Salon. Vom Haus konnten wir direkt auf das Meer, auf Tazones und auf den Leuchtturm gegenüber schauen.

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Blick auf Meer und Leuchtturm

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Mein Auto, mein Haus …

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Mein Haus, meine Terrasse …

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… und mein Salon.

Tazones ist ein malerischer Ort, einst nur ein armes Fischerdorf, heute Touristenmagnet. Eine große Hafenmauer und Wellenbrecherwürfel schützen die Bevölkerung vor der Flut. Einen kleinen Strand gibt es dort auch. Annette wäre am liebsten in jede kleine Gasse hinein gerannt. Trinken kann man dort etwas, auch einen gemütlichen Kaffee trinken, aber vom Essengehen ist abzuraten: Viel, viel teurer als in Ribadesella, Gijon oder Villaviciosa. Also nur mit großem Geldbeutel zu empfehlen. Zum Spazierengehen allerdings sehr schön. Auch kann man am Hafen Fisch kaufen …

Tazones

Tazones

12. Reisetag:

Villaviciosa

Der erste Nacht im Ferienhaus oberhalb von Tazones verlief ruhig und erholsam. Gegenüber wies der Leuchtturm den Schiffen den Weg. Ich hätte die ganze Nacht zuschauen mögen.
Wir fuhren nach Villaviciosa zum Einkaufen. Es ist wirklich eine sehr schöne und malerische Kleinstadt mit schönen Gassen und den typischen alten Häusern z.T. mit Glasbalkonen. Wir besuchten die Markthalle, trafen Karl I./V.  (Carlos I.) auf einem Platz und besuchten die Kirche St. Maria de Oliva mit dem hochmittelalterlichen Charme der Alfonso X.-Ära. Leider hatte eine spätere Zeit am Kirchenportal gewütet: Franzosen, Anarchisten oder Karlisten hatten die Heiligenköpfe abgeschlagen.

Villaviciosa

Villaviciosa ist auch im Regen schön

Villaviciosa

Die Kirche St. Maria de Oliva

Kirche St. Maria de Oliva

Die Madonna am Portal von St. Maria de Oliva

Villaviciosa

Markthalle von Villaviciosa, u.a. frischen Fisch gibt es hier zu kaufen

Carlos I. von Spanien, gleichzeitig Karl V. des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation landete am 19. September 1519 in Villaviciosa und betrat das erste Mal die spanische Erde, um seiner Mutter Juana das vereinigte Königreich von Kastilien-León und Aragón zu entreißen. Die Großen Spaniens begrüßten die Machtergreifung,  ließen die letzte Trastamarakönigin Juana für verrückt erklären und in der kastilischen Stadt Tordesillas in “Palastarrest” gefangen halten. Auch wenn erst der Comunero-Aufstand der kastilischen Städte mühsam zu beseitigen war, begann hier in Villaviciosa der Aufstieg des Habsburgerreiches, in dem die Sonne nie unterging.

 Carlos Primero

Denkmal für Karl I. von Spanien / Karl V. des Heiligen Römischen Reiches in Villaviciosa

Bis zur nächsten Atlantikbrise, Euer To.

Ein Abend im Alto de las Estazadas, Atlantikbrise 7

Montag, Oktober 17th, 2011

Panorama

Eine Bar in Arenas

Wir sind wieder in Las Arenas, Annette und Hannes besichtigen das Käsemuseum und die Höhlen, in denen der Cabrales-Käse reift, während Marie und ich in einer Bar geblieben sind und die Mittagshitze abwarten. Ich gehe einer Lieblingsbeschäftigung von mir nach, in einer span. Bar zu sitzen und den Tag entspannt verstreichen zu lassen. Nehmen wir als Beispiel diese Bar in Arenas, die auch wirklich etwas hat: Holz, Naturstein, Kacheln, dazu skurrile Uhren und alte Haushaltgegenstände an den Wänden. Das wird ergänzt durch den ältliche Barmann hinter seinem Holztresen. Er trägt natürlich Hemd und Pullunder. Ein Original darf nicht fehlen: Ein Mann, der am äußersten Rand des Tresen sitzt, sieht aus wie Don Quixote persönlich.
Durch die geöffnete Tür sehe ich nach draußen: Auch das Ambiente dort ist beachtenswert: Zwar liegt die Bar an der Hauptstraße, aber gegenüber ist eine alte Mauer, eine Straßenlaterne, ein altes Steinhaus mit Holzfenstern und ein Feigenbaum. Ab und zu laufen interessante oder lustige Leute vorbei. Oder: Im Fernsehen läuft „Tour de France“. Da immer Spanier mitfahren, wird das von den alten Männer lautstark kommentiert. Sie lassen sich auch durch Dopingvorwürfe nicht von der Begeisterung abhalten. “Don Quixote” stellt sich hinzu, wird aber von den anderen links liegen gelassen.  Auch die Barfrau Maria ist interessant: Viel zu dünn, angespannt, konzentriert, macht sie sich mit Raumspray dran, den Comedor (Speisesaal) nebenan wieder frisch zu bekommen, die hübsche Nase immer voran, der haben Alkohol, Zigaretten und fünfunddreißig Jahre noch nichts anhaben können.

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Die Berge, bevor wir uns verirrten

 Calzada Romana

Heute wollten wir wandern. Marie blieb solange am Bach in Arenas sitzen. Der erste Wanderweg führte uns, weil wir den falschen Abzweig nahmen, nur zu einer Finca mit Ziegen und Katzen. Am Nachmittag probierten wir es noch einmal, ob wir die Calzada Romana, die Römerstraße, finden würden. Tatsächlich stießen wir am Hang auf die ersten Reste. Später fanden wir die vollständige Straße vor, die sich in Serpentinen die Berge hinaufwand. Im Gegensatz zu der gewaltigen Heeresstraße, die wir in den Sierra de Gredos vorfanden, war dies eine kleine Straße, gerade mal zwei Legionäre oder ein kleiner Karren hätten in dieser Breite Platz gefunden. Und doch musste dies eine der Hauptverkehrsadern aus den Süden der iberischen Provinzen nach Asturien gewesen sein.

Römerstraße Asturien Calzada Romana

Römerstraße, Calzada romana

 Römerstraße Asturien Calzada Romana

Es war schwül und ich quälte mich hinter Annette her immer höher hinauf. Sie schritt fröhlich voran und die Wärme schien ihr nichts auszumachen. An einem bestimmten Punkt wollten wir umkehren, da es bereits spät war. Das Wetter nahm uns die Entscheidung ab: Plötzlich bauten sich um uns herum Wolken auf, die Bergspitzen verschwanden daran und die dunkle Regen- und Gewittermacht begann von oben die Hänge herunter zu marschieren. Wir bliesen zum Rückzug.

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Gleich fällt uns der Himmel auf den Kopf

Die Strecke unterhalb der Calzada Romana erschien mir als  Weg der „Ents“ (Baumwesen aus dem „Herrn der Ringe“ von Tolkien): Zahlreiche knorrige Nussbäume bewachten den Weg und die Römerstraße. Sie schliefen, konnten aber jederzeit erwachen, träumten von der Zeit, als die Hänge und der Wald ihnen allein gehört hatte. Es begann im Halbdunkel gruselig zu werden. Die Frau, die ihre Hunde ausführte, lachte wohl klammheimlich über uns. Kaum waren wir im Hotel zurück, fiel uns der Himmel auf dem Kopf und es begann zu regnen.

Ein Abend im Alto de las Estazadas

Wir konnten den dunklen Wolken, den Ents und den Geistern der Legionäre rechtzeitig entkommen: Wir setzten uns in die Bar des Hotels, spielten „Siedler von Catan“ und bekamen von der alten Frau, die am Abend den Dienst an der Hotelbar übernahm, eine riesige Platte mit Wurst, Käse und Schinken hingestellt. Mit zwei anderen Gästen stritt sie herum, weil es ihr zu aufwändig war, noch ein Omelett (Tortilla francesa) zu machen. Danach stritten die beiden Herren, ein Alter und ein Junger, Onkel und Neffe oder Vater und Sohn,  miteinander weiter herum: Es ging um die Finanzschwierigkeiten Spaniens, die Unzufriedenheit im Land und um die Demokratie. Am Tresen waren inzwischen zwei junge Männer erschienen, die sich Gin und Limonade mischen ließen. Aber auch da gab es Probleme: Der Gin war alle und der Korpulentere der beiden fühlte sich von der alten Frau benachteiligt. Hastdunichtgesehen verschwand er trotz des Protestes der Alten in der Küche und kam mit einer vollen Flasche Gin wieder. Er goss sich damit das Glas voll. So ging es zu am Abend auf dem Alto de las Estazadas, während von draußen der Regen gegen die Fenster trommelte.

Am Winderatter See

Donnerstag, Februar 24th, 2011

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Freie Tage im Winter-Refugio am Winderatter See. Der grüne Kacheloffen bollert und wir können uns so richtig fallenlassen. Nur Marie kann das leider nicht, die Arbeit an der Quartalsarbeit ruft.

Jugendstil-Kachelofen

Auf dem Hinweg haben wir diesmal nicht bei Maic hereingeschaut, sondern in Hamburg bei Cooki, Judith, Benedikt und Martin. Ganz herzlichen Dank für Eure Gastfreundschaft und der Grieche war super ausgesucht. Die selbstgemachten Taramas waren die leckersten, die ich in den letzten Jahren gegessen habe.

Letztes Jahr hatten wir noch Schnee, als wir in Winderatt eintrafen, diesmal regnete und stürmte es. Das Wasser stand auch dort ganz schön hoch. Überall auf den Feldern hatten sie an niedrigen Stellen “Seen” gebildet. Es war sogar die Straße zwischen “Osaka” und Winderatt gesperrt, weil der See über die Ufer getreten war.

Wir haben es uns gemütlich gemacht und die Tage ruhig verbracht. Einmal waren wir in Flensburg, einmal in Sönderburg. Beide Ausflüge nutzten die Damen hauptsächlich zum Shoppen. Ein paar Sachen bekamen die Herren auch ab. Ich habe mir beispielsweise ein neues Spiel gekauft: “Die goldene Stadt”. Wir haben es erst einmal gespielt, aber ich fand es sehr spannend schnell, vom Design auch sehr ansprechend. Kaum zu glauben, ich habe in der Zeit kein einziges Museum von innen gesehen!

Die ersten Schneeglöckchen ließen sich auf der Winderatter Wiese hinter dem Wintergarten sehen und wir machten mehrere Wanderung an den See. Zweimal wanderten wir sogar ganz herum. Durch den feuchten Boden war das gar nicht so einfach, außerdem hatte jemand den Steg durch das Feuchtgebiet (Moor) gesperrt. Wir sind trotzdem durch, aber tatsächlich war an vielen Stellen das morsche Holz beschädigt, aber wir sind hinüber gekommen.

Moorsteg

Die Kälber der wilden Rinder sahen aus wie Bad-Kösen-Tierchen, niedlich, auch wenn einem so mitten in einer Herde nicht ganz behaglich ist. Nachdem wir den Steg und die zweite Weide gut überstanden hatten, ging es über die längst verschwundene Grauburg wieder zurück zur Ferienwohnung im “Alten Obstgarten”.

Wer sich ausführlicher über unser Winterquartier informieren möchte, dessen Bequemlichkeit+supernette Gastgeber wir nur wärmstens empfehlen können, bitte schön, hier klicken…

Ja, und wir haben natürlich auch wieder Apfelkuchen gebacken und Tee mit Rum getrunken und Flens-Bier natürlich auch. Einmal waren wir am Meer spazieren. Was sich so Meer nennt! Die Ostsee an der Flensburger Förde gibt den Eindruck von der Ostsee als Binnenmeer exemplarisch wieder. Aber es herrschte ein wunderbares Licht. Auf der anderen Seite konnte ich sogar einen Leuchtturm erkennen. Beim Spazierengehen bekommt man Hunger.  Eines Tages brauchen wir eine zuverlässige Quelle, wo wir frischen Fisch bekommen. Trotz Meeresnähe springt er einen nicht gerade an.

Schade eigentlich, findet To.

Wildes Rind

Auf den Wegen des Cid

Mittwoch, Dezember 2nd, 2009

Was sind wir froh, dass wir den Jakobsweg bereits 1992 gemacht haben, als dort gerade einmal, wenn man alle Wanderstöcke mitzählte, 10 000 Pilger im Jahr unterwegs swaren. Jetzt sind es ca. 170 000 und da 2010 wieder ein Heiliges Jahr in Compostela ist, wird wohl locker die 200 000 Schallmauer durchbrochen. Und da sind die Busreisenden und sonstige Fußkranke nicht mitgezählt. Es wird Zeit, sich nach (spanischen) Alternativen umzuschauen.

Da gibt es z.B. den

Camino Cid

benannt nach den berühmten spanischen Nationalhelden Rodrigo Díaz de Vivar und auf seinen Spuren. Es geht entweder zu Fuß oder mit dem Auto mehr oder weniger auf die Strecke von Cid Heimatort Vivar nach Valencia. Ob es Unterkünfte wie auf dem Jakobsweg gibt, habe ich noch nicht herausfinden können, man muss wohl eher in Hotels und Pensionen übernachten, aber einen Camino-Pass mit Möglichkeiten dafür einen Stempelnachweis zu erhalten, gibt es auch hier. Statt einer heiligen also eine heldenhafte Schnitzeljagd. Und lernt dabei ein völlig unbekanntes Spanien kennen. Wer kennt schon Orte wie Sigüenza oder Covarrubias? Es lohnt sich, sie kennen zu lernen. Wer es nicht unbedingt möchte, braucht auch dem Cid nicht bis Valencia zu folgen.

Wer es etwas organisierter möchte, denn auf dem Camino del Cid sind sicherlich Spanischkenntnisse vonnöten, so wie in der Frühzeit auf dem Jakobsweg auch, der kann mit der von mir geschätzten Agentur Terraviva in Aragon wandern, Informationen hier:

http://www.terraviva.de/wandern-spanien-aragon/

So schön wie auf dem Jakobsweg wird es allemal ! Auch wenn am Ende keine große Kathedrale lockt. Wichtig ist doch am Ende ohnehin, welches Ziel man sich selber setzt.

Euer To.